Schlafmonitoring

 

In der klinischen Schlafmedizin werden die Messungen am Patienten vorwiegend in Schlaflabors durchgeführt, wo viele Körperfunktionen gleichzeitig erfasst werden – mit zahlreichen Elektroden werden das Elektroenzephalogramm (EEG), das Elektrookulogramm (EOG; Augenbewegungen) und meist auch noch das Elektromyogramm (EMG; Muskelkontraktionen) sowie die Atmung aufgezeichnet. Die Folge davon ist ein durch den Messaufbau gestörter Schlaf – zumindest in der ersten Nacht im Labor. Ziel des Schlafmonitoring-Projekts ist die Etablierung eines Verfahrens zur Messung des autonomen Nervensystems in der Schlafmedizin sowie die Entwicklung eines mobilen Schlafmonitors, der aus wenigen Parametern und damit mobil und für den Patienten belastungsarm eine Beurteilung der Schlafqualität erlaubt. Zur Umsetzung der Methodik, die auf der Analyse der Herzratenvariabilität (HRV) basiert, wurden hochauflösende EKG-Aufzeichnungen und Ballistokardiographie mittels neu entwickelter Sensorik sowie EEG-Referenzmessungen durchgeführt. Die gewonnenen Erkenntnisse machen deutlich, dass es schwierig ist, ein so komplexes Phänomen wie den Schlaf mit wissenschaftlichen Methoden eindeutig zu kategorisieren. Hinsichtlich der klassischen Schlafklassifizierung sind einem einfachen Messsystem Grenzen gesetzt. Ein besonders wichtiges Projektergebnis ist jedoch die Entwicklung von Methoden zur ganzheitlichen Schlafqualitätsbewertung aus der Analyse der Herzfrequenzvariabilität, welche der Schlafforschung am Patientenbett neue Impulse und Informationen liefern kann. Die erarbeiteten Methoden werden zur Zeit in einem umfangreichen Nachfolgeprojekt zur Charakterisierung bestimmter Aktivierungs- und Bewusstseinsstadien modifiziert und weiterentwickelt.

 

   

Conventional sensor technology of sleep research.

 

 

Sensors for detection of sleep stages by parameters of heart rate variability.

 

 

Sensor technology for contactless measurement of heart rate during sleep.